Servus Bockerl  

      von Reinhard Seibold
                          
Musik: Toby Seibold, Christoph Schmid  

Es spielten:
Richard Pflügler, Stutzi Weigslberger, Kersi Bauer,
Kerstin Meier,Regina Betzenbichler, Lucie Hackney,
Jonas Fischer, Wasti Hobmeier Thomas Schollerer, Andreas Ramin,
Thomas Hofmann Renate Polz, Konrad Huber Richard Fischer, Reinhard Seibold

Band: Michi Maier, Christoph Schmid, Toby Seibold, Stephan Treutter

Tänzer und Statisten: Sabrina Geppert, Claudia Süß, Christian Schwaiger,
Brigitte Hemauer, Reinhard Hilz, Josef Hilz, Mathias Leitl, Anja Garbatsch,
Manuel Sommer, Nadine Brandmeier, Michaela Schollerer

Weitere Mitspieler, Statisten und Helfer vor und hinter der Bühne:
Gerlinde Müller, Sven Müller, Hans Stimmelmayr, Thomas Brunner,
Helga Seibold, Angelika Schwaiger, Irmi Sellmaier, Elke Pump,
Rita Pflügler, Vroni Pflügler, Brigitte Leitl, Petra Gutwirth, Irmi Landinger,
Ingrid Vrabel, Elisabeth Seibold, Barbara Oswald, Tom May, Franz Seibold,
Alfred Schindlbeck, Hans Schindlbeck, Josef Schmalzl, Franz Schafhauser,
Ina May, Martin Stiel-Fischer.

          Regie: Babsi Hoiß, Reinhard Seibold   
           
Das Haager Komödienbrettl wird ein eingetragener Verein und heißt jetzt offiziell
Haager Komödienbrettl e.V.“. Gründungsversammlung am 21. Oktober 2004
           

Inhaltsangabe:


Aufwändige Freilichtaufführung in Haag an der Amper
   Die Gemeinde Haag an der Amper feierte 2004 ihr 1200-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass fanden das ganze Jahr über Feierlichkeiten (z.B.Starkbierfest, verschiedene Ausstellungen, historischer, mittelalterlicher Markt) statt. Wir als Theatergruppe wollten da natürlich auch unseren Beitrag leisten. Wie wäre es mit einer Freilichtaufführung, am liebsten ein Musical aus eigener Feder? Unsere Idee fand sofort Gefallen bei der Gemeinde und nur mit deren Unterstützung war ein solches Unterfangen überhaupt möglich. Allein die Festkosten beliefen sich auf ca. 15 000 €, die vielen Stunden Arbeit der freiwilligen Helfer, auch der Gemeindearbeiter, nicht einmal mitgezählt. Das Risiko für eine kleine Theatergruppe aufgrund schlechten Wetters sprichwörtlich baden zu gehen, war einfach zu groß und so waren wir sehr froh, dass die Gemeinde diese Veranstaltung auch unter ihrem Mantel (sowohl Verlust als auch Gewinn trägt die Gemeinde) übernahm. Unser Autor Reinhard Seibold schrieb die Geschichte, sein Sohn Toby sowie ein Freund, Christoph Schmid, die Musik. Im Dezember 2003 war das Stück „Servus Bockerl“ fertig. Titelheld des Stücks ist das Holledauer Bockerl, ein Schienenbus, der früher die Stadt Freising mit der Hallertau verband und u.a. durch Haag bis nach Mainburg fuhr. Ein Gemeindebürger – ein Nachkomme des ehemaligen Bahnhofsvorstehers – hatte auf seinem Grundstück noch einen solchen Schienenbus stehen, außerdem waren bereits ca. 30 m Gleis verlegt. Er stellte sowohl den Bus als auch das Gelände zur Verfügung. Das Stück spielt von 1967 bis 1973, in einer Zeit, in der die Tage des Holledauer Bockerls bereits gezählt waren. Die Motorisierung auf dem Lande schreitet täglich voran und die Fahrgäste des Bockerls werden immer weniger. Es geht um die Vorurteile der Alten gegen die langhaarigen Jungen, die nichts wie Demonstrieren im Kopf haben, um Flower-Power, um die Ängste der Bahnbediensteten, die um den Erhalt der Strecke bangen und natürlich um die Liebe (es ist schließlich ein Musical).Das Stück endet schließlich mit der letzten Fahrt des Bockerls. Nach der Fertigstellung des Stücks kam der schwierigste Teil unseres Projekts: das Suchen geeigneter Schauspieler, Tänzer und Statisten. 40 an der Zahl wurden benötigt, unsere Gruppe bestand gerade mal aus 15. Die meisten Schauspieler – gerade die jungen – sollten auch noch live singen können. Gerade zugesagt, sagten sehr viele nach 2 bis 3 Tagen wieder ab. Die Gründe kennen wir alle: Schule, Beruf, Sport, Freund, Freundin usw., vielleicht trauten sich einige das Ganze auch nicht zu. Mitte März 2004 konnten wir endlich mit den Proben beginnen, in kleinen Gruppen in unserem Theatersaal. Daneben musste das Freigelände bühnenreif gemacht werden, es war enorm viel zu organisieren, wir benötigten eine Tribüne mit 450 Plätzen, einen Bahnsteig als Bühne, ein Bahnhofshäuschen, einen LKW und einen PKW aus den 60er Jahren, Tontechnik für 11 schnurlose Mikros, Live-Band, Lichtanlage, Toiletten, Parkplätze, Kartenvorverkauf an verschiedenen Stellen usw. Am 25. Juni 2004 war es endlich so weit: Welturaufführung in Haag! Großes Bangen: würde das Wetter halten? Es hielt! Diese Aufführung war nicht ganz ausverkauft, aber wir merkten, dass das Stück den Zuschauern unter die Haut ging. Die Mundpropaganda setzte ein und von nun an gab es keine freien Plätze mehr, wir mussten viele, die spontan ohne Karte gekommen waren, wieder heim schicken. Obwohl der Frühsommer 2004 sehr kalt war, konnten wir alle unsere angesetzten Aufführungstermine ohne eine Verschiebung durchführen. Der Wettergott hatte es sehr gut mit uns gemeint. Nach 10 Aufführungen hatten weit mehr als 4000 Zuschauer unser Stück „Servus Bockerl“ gesehen. Unser mit Abstand größter Erfolg! Am letzten Tag flossen nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei uns viele, viele Tränen. Unser Projekt war ein großer Gewinn, finanziell für die Gemeinde, sonst aber für uns. Wir haben jetzt über 40 Mitglieder und alle sind begeistert dabei, selbst die Statisten wollen gerne wieder mitmachen. Und was äußerst selten bei einer Theatergruppe sein dürfte: wir haben Männerüberschuss. Die Freilichtaufführung war für uns alle eine große Herausforderung, die uns aber allen sehr viel gebracht hat, vor allem Teamgeist und ein großartiges Zusammengehörigkeitsgefühl. Irgendwann werden wir so etwas bestimmt wieder einmal durchziehen.